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kreativ W U N D E R - Romantischer Horror-Film
Jubiläum-kreativwunder
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Die Schlangengrube und das Pendel

Eine Rezension über einen deutschen romantischen und außergewöhnlichen Horror-Film

 

(Bildrechte bei ARTE und (c) Liliom)

 

Die Handlung im Jahr 1801 ist schnell erzählt: Graf Regula braucht das Blut von 13 Jungfrauen, die aber vor ihrem Tod enorme Qualen durchmachen müssen, damit er die Unsterblichkeit erlangt. Dabei entkommt eine Frau und sorgt dafür, dass er in den Kerker kommt. Richter Reinhard von Marienberg verurteilt ihn zum Tode durch Vierteilung. Der Graf wird auf dem Marktplatz hingerichtet, in dem er von 4 Pferden auseinandergerissen wird. Regula hatte den Richter und die entkommene Jungfrau zuvor verflucht.

35 Jahre später ist aus dem Sohn des Richters Roger, ein Anwalt geworden und aus der Tochter der Jungfrau eine verarmte Baronesse, Lilian von Brabant, die nebenbei Klavier spielt. Beide erhalten eine Einladung den Grafen auf seinem Schloss Andomai im Sandertal zu besuchen, damit der Anwalt erfährt, wer seine Eltern sind und Lilian die Baronesse, das Erbe Ihrer Mutter antreten kann (als Opfer). Der Weg dorthin ist abenteuerlich und der Aufenthalt in den Gewölben der Schlossruine mehr als schauerlich – doch am Ende liegen sich der Advokat und die Baronesse glücklich in den Armen...

Der ca. 80 Minuten lange Film hatte am 05.10.1967 Premiere und wurde in den Kinos leider ein Misserfolg. Obwohl er sehr frei nach Edgar Allan Poes Kurzgeschichte „The Pit and the Pendulum“ von 1842 inspiriert war, konnte er nicht an Roger Cormans zuvor gedrehten Meisterwerken mit Vincent Price, anknüpfen. An den erstklassigen Schauspielern dürfte es nicht gelegen haben.

Da wären der ehemalige Tarzan Darsteller Lex Barker, bekannt durch die Karl May Filme - der nicht nur gut aussah, sondern auch was im Kopf hatte, u. a. sprach er 5 Sprachen. Die Rolle des Roger Mont-Elise verkörperte er lässig und souverän. Seine Partnerin war die Ehefrau des Regisseurs Harald Reinl, der durch die Edgar Wallace und Karl May Filme populär wurde, Karin Dor. Die schwarzhaarige wunderschöne Diva lieferte als bedrängte Frau eine gute Arbeit ab.

Der kroatische Schauspieler Vladimir Medar, war als falscher Geistlicher ebenfalls prädestiniert und witzig. In der Nebenrolle des Grafen Regula, den man nur am Anfang und Ende des Films sieht, war der große Christopher Lee sicherlich keine Fehlbesetzung; wenn auch ein wenig unterfordert, was aber am schwachen Drehbuch lag.

Die beste schau spielerische Arbeit lieferte zweifellos Carl Lange ab, als Diener des Grafen überzeugte er durch eindringliche Gestik und Mimik. Darüber hinaus spielte er zwei weitere kleine Rollen, einmal als Kreuzträger bei einer Prozession und einen geheimnisvollen Mann in der Gasthausruine.

Die Außenaufnahmen drehte man u. a. an bekannten Mittelalterlichen Plätzen, wie z. B. Rothenburg ob der Tauber oder dem Isartal bei Straßlach. Die Auswahl der Drehorte war perfekt und erzeugte eine bizarre Stimmung, die zum Film passte. Nicht zu vergessen die geniale Musik von dem großen Komponisten Peter Thomas, die einen sofort packt und durch den gesamten Film begleitet. Die grandiosen Malereien in der Schlossruine, erschuf Gabriel Pellon, nach den bizarren Motiven des genialen niederländischen Malers Hieronymus van Aken, Bosch genannt. Sie zeigen ein Szenario der Hölle, so, wie es sich im Mittelalter die Menschen vorstellten (und auch heute noch eine grandiose Wirkung erzielt).

Kräftigen Farben, sowie die typischen Attribute für einen Gruselfilm, wie dunkle geheimnisvolle Wälder, karge weite Landschaften, Nebel, Totenschädel, Ratten, Verliese, Kutschenfahrten, etc. sorgen für eine romantische unheimliche Atmosphäre. So eine komprimierte Art an tollen Landschaften und finsteren Set-Designs, erlebt man nur selten.

Natürlich gibt es auch im Film Schwachpunkte, die besonders bei den Spezialeffekten zu verzeichnen sind. Die im Wald hängenden Leichen sind häufig als Schaufensterpuppen identifizierbar. Das Make-up von Christopher Lee ist mangelhaft, da z. B. im Ohr eine Stelle vergessen wurde zu schminken und auch am Haaransatz sowie den Lippen. Ebenfalls bei Carl Lange war öfters das Make-up nicht perfekt. Die künstlichen Laufgeräusche sorgen zwar am Anfang für eine intensive Stimmung, als es zu dem Grafen Regula ins Verlies ging, waren aber später manchmal etwas übertrieben!

Die Dialoge für Christopher Lee sind mehr als dürftig von ihrer Wirkung her, da hätte man besser arbeiten können. Trotzdem überzeugt der Film im Ganzen und es ist schade, dass keine weiteren Werke in dieser grandiosen Art folgten. Zudem wurde und wird er kaum im TV gezeigt. Als DVD ist er jedoch jederzeit erhältlich und wirklich für den Horror-Genießer zu empfehlen.